Merkur läuft vor der Sonne vorbei

Wann:
11. November 2019 um 13:35 – 17:05 Europe/Berlin Zeitzone
2019-11-11T13:35:00+01:00
2019-11-11T17:05:00+01:00

Autor Dr. Hans Zekl – Bereitgestellt von https://www.Astronomie.de

Am 11. November kommt es wieder zu einem der relativ seltenen Merkurdurchgänge, bei denen der Planet vor der Sonnenscheibe vorbeiläuft.

Merkur ist der innerste, sonnennächste Planet im Sonnensystem. Bei einer mittleren Entfernung von 58 Millionen Kilometern von der Sonne entfernt er sich für einen irdischen Beobachter nie mehr als etwa 28° von ihr. Deshalb ist er nur schwer zu beobachten. Nur an wenigen Tagen im Jahr ist er überhaupt am aufgehellten Morgen- oder Abendhimmel zu sehen.

Aber da seine Bahn sich innerhalb der Erdbahn befindet, kommt es gelegentlich vor, dass er von uns aus gesehen, während der unteren Konjunktion vor der Sonne vorbeiwandert. In den meisten Fällen zieht er allerdings oberhalb oder unterhalb an ihr vorbei, weil seine Bahn gegenüber der Erdbahn um 7 Grad geneigt ist.

Am 11. November kommt es nun wieder zu einem Merkurtransit, zu einem Merkurdurchgang, vor der Sonnenscheibe. Merkur- oder Venusdurchgänge sind recht seltene Ereignisse. Allerdings finden Merkurtransits häufiger statt als Venusdurchgänge. In einem Jahrhundert taucht der innerste Planet im Mittel 13 mal vor der Sonnen auf, während Venusdurchgänge immer paarweise auftreten, aber zwischen den Paaren mehr als ein Jahrhundert vergeht.

Merkurdurchgänge können gegenwärtig nur zwischen dem 6. und 11. Mai oder dem 6. und 15. November beobachtet werden. Dazu müssen zwei Bedingungen erfüllt sein. Zum einen muss sich der Planet zwischen Erde und Sonne aufhalten, d.h. er befindet sich in seiner unteren Konjunktion. Wenn er dann gleichzeitig die Bahnebene der Erde kreuzt, kommt es zu einem Merkurdurchgang und er wandert für mehrere Stunden über die Sonnenscheibe.

Etwa alle 116 Tage erreicht der Planet seine untere Konjunktion. Aber insgesamt kommt es in einem Jahrhundert nur 13- oder 14 -mal zu einem Merkurtransit. Zuletzt geschah das am 9. Mai 2016.

In Mitteleuropa beginnt der Merkurdurchgang um 13:35:16 MEZ, wenn das winzige Merkurscheibschen den östlichen (linken) Sonnenrand berührt. Dieser Moment wird als 1. Kontakt bezeichnet. Dabei steht die Sonne diesmal noch zwischen 16 und 22 Grad über dem Horizont. Je nach Beobachtungsort kann der Zeitpunkt um bis zu 5 Sekunden abweichen. Nach rund eineinhalb Minuten befindet sich der Planet vollständig innerhalb der sichtbaren Sonnenscheibe. Diesen Zeitpunkt nennt man 2. Kontakt. Die maximale Phase, wenn der Planet den kleinsten Abstand zum Mittelpunkt der Sonnenscheibe erreicht, findet um ca. 16:19:40 Uhr statt, kurz vor Sonnenuntergang, der je nach Beobachtungsort im deutschsprachigen Raum zwischen ca. 16:20 und 17.05 Uhr erfolgt, noch bevor der Transit zu Ende ist. Deshalb ist der Austritt des Merkur um 19:05 MEZ nicht zu sehen.

Global gesehen beginnt der Transit um 13:34 MEZ und dauert rund fünfeinhalb Stunden. Beobachtern an der Ostküste der USA oder in Mittel- und Südamerika ist es diesmal vergönnt, den Transit in seiner vollen Länge verfolgen zu können.

Allerdings kann das Ereignis nicht mit bloßem Auge verfolgt werden. Merkur befindet sich an diesem Tag etwa 101 Millionen Kilometer von der Erde entfernt und er ist viel zu klein, um erkannt zu werden. Sein scheinbarer Durchmesser beträgt nur etwa sechs Promille des Sonnendurchmessers, d.h nur 10 Bogensekunden, und er ist deshalb für das bloße Auge nicht sichtbar. Ein Fernrohr mit 50 bis 100-facher Vergrößerung sollte man schon verwenden.

Warnung: Nie mit bloßem Auge in die Sonne blicken. Es gelten dieselben Schutzmaßnahmen wie bei jeder Sonnenbeobachtung. Sonnenbrillen oder dunkle Gläser sind absolut unzureichend. Schwere Augenschäden bis zur Erblindung sind die Folge.

Am besten projiziert man das Bild der Sonne auf eine weiße Fläche. Das bietet zusätzlich den Vorteil, dass mehrere Personen gleichzeitig das Ereignis verfolgen können. Im Fachhandel gibt es auch geeignete Objektivfilter, die man vor dem Objektiv anbringen kann.

Sollte das Wetter nicht mitspielen, muss man in Europa bis zum 13. November 2032 warten.

Weitere Informationen sind im Internet unter eclipse.astronomie.info/2019-11-11/ zu finden.

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